
Europe Beyond Access (EBA) ist ein europäisches Kooperationsprojekt unter der Leitung von Skånes Dansteater und wird von Creative Europe kofinanziert. Gemeinsam mit elf führenden Kulturinstitutionen verfolgt EBA ein klares Ziel: Künstler:innen mit (Hör-)Behinderungen nicht nur zu fördern, sondern sie als Kurator:innen, Entscheidungsträger:innen und Führungspersönlichkeiten zu etablieren.
Das Projekt reagiert auf tief verwurzelte Barrieren im europäischen Theater- und Tanzbetrieb – insbesondere beim Zugang zu Produktionsmitteln, Leitungsfunktionen und Sichtbarkeit. EBA setzt daher auf Open Calls, Co-Produktionen und Tourneen, die konsequent von Künstler:innen mit Behinderungen geleitet werden. Ein Beirat aus zehn Künstler:innen mit Behinderungen begleitet strategische Entscheidungen auf Augenhöhe.
Zwischen 2018 und 2024 unterstützte EBA mehr als 650 Künstler:innen in 110 Aktivitäten, realisierte über 40 neue Werke und veranstaltete zahlreiche Branchenevents. Alle Partnerinstitutionen verpflichteten sich zu langfristigen Reformen – etwa in den Bereichen Personalrekrutierung, Barrierefreiheit und Gremienbesetzung.
Die Wirkung reicht weit über einzelne Produktionen hinaus. Das Modell wurde in mehr als zehn Ländern adaptiert, beeinflusste EU-Kulturdebatten und führte zu neuen Standards, etwa bei Untertitelung, Gebärdensprache, digitalen Formaten und barrierefreien Arbeitsprozessen. In Schweden wurde der Ansatz unter anderem im Projekt Viaductus weiterentwickelt.
Drei Aspekte machen dieses Projekt besonders:
- Leadership statt Symbolik: Künstler:innen mit Behinderungen übernehmen kuratorische und strategische Rollen.
- Systemischer Wandel: Partnerinstitutionen verpflichten sich zu dauerhaften Reformen.
- Europäische Strahlkraft: Das Modell prägt Kulturpolitik und Praxis über Ländergrenzen hinweg.
Projektleiter Ben Evans bringt es auf den Punkt:
„Across Europe artists with disabilities are enriching the cultural sector.“
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