KI zur Reduktion von Barrieren

Neue Technologien sowie künstliche Intelligenz (KI) revolutionieren auch die heimische Museumsbranche und unterstützen beim Reduzieren von Barrieren und beim Gestalten inklusiver Vermittlungsformate. Von der automatischen Übersetzung von Audioguides bis hin zur Personalisierung des Museumsbesuchs, KI bietet eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, wie Museen alle Menschen ansprechen und Informationen barrierefrei vermitteln können. Digitale Technologien eröffnen zudem neue Wege der Partizipation. Gleichzeitig  stehen Museen vor der Herausforderung, angesichts wachsender Desinformation durch KI-generierte Inhalte und algorithmische Verzerrungen ihre Rolle als vertrauenswürdige Orte der Wissensvermittlung, des Diskurses und des Community Building zu wahren. Zahlreiche Veranstaltungen bestätigen den Trend und fördern den Diskurs sowie die Wissensvermittlung, wie etwa die jährliche internationale Online-Konferenz im Jänner im Belvedere, Informationsangebote des Österreichischen Museumsbundes oder der Österreichische Museumstag jedes Jahr im Oktober, der zuletzt, 2025, unter dem Motto „KI und Digitalisierung im Museum – Wissen demokratisieren, Sammlungen aktivieren“ stand.

Dabei zeigte sich: Entscheidend ist nicht, ob Museen KI nutzen, sondern unter welchen Bedingungen und zu wessen Vorteil. Museen sind gefordert, einen Spagat zwischen Innovationskraft und Regulierung zu vollziehen. Das geht über die Fragen, welche Tools legal genutzt werden können, ohne Risiken beim Datenschutz oder Urheberrecht einzugehen, weit hinaus.

Das Beispiel des Naturhistorischen Museums verdeutlicht, wie die Museumsleitung mit den Chancen und Herausforderungen umgeht:

Verwaltung als Anwendungsbereich

  • Verfassen von Geschäftskorrespondenz
  • Übersetzung von Texten in verschiedene Sprachen
  • Anschauliche Darstellung von wirtschaftlichen Kenngrößen
  • Auffinden von Werken bei heterogener Beschlagnahmung (Kulturpool am NHM)

KI-Richtlinien für rechtssicheres Arbeiten

  • Regelung für welche Daten und Anwendungsfälle welche Tools genutzt werden können
  • Regelung, welche sicherheitsrelevanten und personenbezogenen Daten nicht in offene Systeme eingegeben werden dürfen
  • Beachtung des Urheberrechts bei Kurzzitaten und Lizenzen

Wertschöpfung

  • Lizenzen für eigene Werke
  • Mitgliedschaft in einer Verwertungsgesellschaft
  • Open-Science-Strategie bei wissenschaftlichen Publikationen, Digitalisaten von Kulturgütern oder Quelltexten für Softwarelösungen

Partizipation und Bildung

  • Schulungen von Mitarbeiter:innen
  • Förderung des gesellschaftlichen Dialoges als Museum
  • Museum als aktive Schnittstelle zwischen Menschen und Objekten, zwischen Wissenschaft, Kunst und Kultur

Quelle: Museumsbund Österreich