
Dieser Zero Project Awardee zeigt, wie partizipatives Theater Menschen mit und ohne Behinderungen befähigt, Diskriminierung anzusprechen, Trauma zu heilen und stärkere, inklusivere Gemeinschaften aufzubauen.
Seit 2018 nutzt Northern Uganda Hip Hop Culture (NUHC) Forumtheater, um inklusive Räume zu schaffen, in denen Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenkommen, um die anhaltenden Folgen von Konflikten, Diskriminierung und gesellschaftlicher Ausgrenzung zu bewältigen. Durch Aufführungen, die in realen Lebensrealitäten verwurzelt sind, wird die Gemeinschaft nicht nur zum Zusehen, sondern auch zum Mitmachen eingeladen. So verwandelt sich Theater in ein wirkungsvolles Werkzeug für Dialog, Heilung und gesellschaftlichen Wandel.
Im Zentrum des Programms steht die Überzeugung, dass diejenigen, die am stärksten von Ausgrenzung betroffen sind, den Dialog auch anführen sollten. Die Stücke werden von Menschen mit Behinderungen geschrieben und spiegeln die Herausforderungen wider, denen sie im Alltag begegnen – darunter die Verweigerung von Rechten, Landstreitigkeiten, Diskriminierung, Scheidung und die nachwirkenden Folgen von Kriegstraumata. Gespielt von Schauspieler:innen mit und ohne Behinderungen – darunter auch Überlebende von Landminenunfällen – ermutigen die Inszenierungen das Publikum dazu, selbst auf die Bühne zu treten, alternative Handlungsoptionen vorzuschlagen und gemeinsam praktische Lösungen zu erproben.
Über die reine Sensibilisierung hinaus stärkt Forumtheater Selbstvertrauen, Führungskompetenzen und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Indem Möglichkeiten zur gemeinsamen Problemlösung geschaffen werden, fördern die Aufführungen das Verständnis zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen und stärken gleichzeitig Empathie und gegenseitigen Respekt. Vertretungen lokaler Behörden, Führungspersönlichkeiten der Gemeinden sowie Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger werden regelmäßig zu den Aufführungen eingeladen. Dies trägt dazu bei, das Bewusstsein für die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu schärfen und inklusivere Rahmenbedingungen und Praktiken zu fördern.
Zwischen 2018 und 2021 nahmen rund 1.000 Gemeindemitglieder an Forumtheater-Aufführungen in den Regionen Gulu, Amuru, Nwoya, Kitgum und Pader teil. Die Initiative hat auch Schulen, Feierlichkeiten zur Inklusion und andere öffentliche Veranstaltungen erreicht und zeigt damit, wie inklusive Kunstformate in ganz unterschiedlichen Umfeldern bedeutungsvolle Dialoge anstoßen können. Unterstützt durch Partnerschaften mit Organisationen wie In Place of War und The Pollination Project sowie durch NUHCs eigenes Projekt Hip-Hop Agribusiness hat sich das Modell als äußerst anpassungsfähig erwiesen. Neben der Inklusion von Menschen mit Behinderungen wurde das Forumtheater auch genutzt, um Themen wie die Bildung von Mädchen und Aufklärungskampagnen im Bereich der öffentlichen Gesundheit (einschließlich COVID-19-Impfungen) aufzugreifen.Indem Northern Uganda Hip Hop Culture Menschen die Möglichkeit gibt, ihre eigenen Geschichten zu erzählen und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln, zeigt die Organisation, wie inklusives Theater Resilienz stärken, Würde wiederherstellen und Gemeinschaften auf dem Weg der Erholung nach Konflikten festigen kann.