„Ich lese ich schreibe ich bin“ – Eine Ausstellung zu 200 Jahren Blindenschrift

Ein System aus sechs Punkten revolutioniert die Bildung und Teilhabe blinder Menschen weltweit: Die Braille-Schrift, 1825 erfunden von Louis Braille, feierte 2026 ihr 200-jähriges Jubiläum. Eine  aus diesem Anlass vom Bundes-Blindenerziehungsinstitut Wien zusammengestellte Ausstellung ist nun wieder geöffnet und bis Ostern 2026 verlängert worden.  

Die Ausstellung würdigt das Lebenswerk von Louis Braille und zeigt die Bedeutung seiner Erfindung für Bildung, Kultur und Selbstbestimmung – von den Anfängen bis in die Gegenwart.

Louis Braille (1809 – 1852) erblindete mit fünf Jahren vollständig und begann schon kurze Zeit später darüber nachzudenken, wie er weiterhin autonom lesen kann. Er experimentierte mit Lederstücken und vereinfachte und optimierte bestehende Schriften, die er an der Blindenschule kennengelernt hatte. Bereits mit 16 Jahren vollendete er sein System – in der Form, wie wir es noch heute kennen. Es sollte aber noch Jahrzehnte dauern, bis sich seine Schrift auch durchsetzen würde.

Das System, das ähnlich wie ein Computer binär funktioniert, kann mit nur sechs Punkten, in zwei senkrechten Reihen zu je 3 Punkten angeordnet, 64 verschiedene Zeichen darstellen. Damit ist es in jede Sprache übersetzbar, und hat auch längst ins digitale Zeitalter Einzug gefunden.

Ausstellung „Louis Braille – Ich lese ich schreibe ich bin“

Schellinggasse 13, 1010 Wien
Do, Fr 10 – 18 Uhr & Sa 14 – 18 Uhr (außer an Feiertagen)
Gruppenführungen (Dauer ca. 1,5 h) nur mit Anmeldung unter info@louis-braille.com oder 01/728 08 66-501

Der Eintritt ist kostenlos, freiwillige Spenden sind gerne willkommen. Ergänzt wird die Ausstellung um einen  digitalen Infoguide