
Immer einen Ausflug wert: Prag, die goldene Stadt, seit 1992 von der UNESCO als Welterbestätte anerkannt, mit seinem reichen Architektur- und Kulturerbe. Im Agneskloster, einer Anlage aus dem 13.Jahrhundert, ist derzeit ein besonderes Highlight zu sehen: Eine taktile Ausstellung von zwölf Skulpturengussstücken aus der Zeit von 1200 bis 1550, die den stilistischen Wandel der Bildhauerkunst über mehrere Jahrhunderte hinweg tastend erfahrbar macht.
Das Agneskloster zählt zu den bedeutendsten Werken frühgotischer Baukunst in Prag. Im ersten Stock des Klosterkomplexes zeigt die Prager Nationalgalerie mittelalterliche Kunst von 1200 bis 1550 aus ihren Sammlungsbeständen. Präsentiert werden mehr als zweihundert Exponate aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei und Kunsthandwerk, die den Wandel von Form und Funktion im Laufe von dreihundert Jahren dokumentieren.
Im Erdgeschoss des Klosters können die Besucher:innen anhand von zwölf Skulpturengussstücken, die zum Anfassen gedacht sind, den stilistischen Wandel der Bildhauerkunst über den Zeitraum hinweg verfolgen. Auf einer langen Tafel verteilt, kann man sich von Skulptur zu Skulptur durchtasten, ergänzt um Erläuterungen in Blindenschrift sowie Steinmuster aus den unterschiedlichen Perioden, die den Bildhauern als Material dienten. Die Präsentation ist vor allem für blinde Menschen gedacht, aber auch für Sehende eine besondere Erfahrung, den das Ertasten eröffnet nochmals neue Perspektiven auf die Bildhauerei des Mittelalters.



