
Erstmals gewinnt eine neurodivergente Künstlerin mit Lernbehinderung einen der international renommiertesten Kunstpreise!
Zum 250. Geburtstag des Namensgebers William Turner traf die Jury des Turner Prize, der als einer der wichtigsten internationalen Kunstpreise gilt, eine mutige und bahnbrechende Entscheidung: Am 9. Dezember ging der hochdotierte Preis an die Künstlerin Nnena Kalu, die als Autistin in einer Kulturinstitution für lernbehinderte Menschen in London arbeitet.
Die Medien überschlagen sich seither: „Sie ist anders und schafft es trotzdem“ (Berliner Zeitung), „Mutig und packend“ (Euronews), „Wie ein Taifun“ (Süddeutsche Zeitung).
Die Entscheidung wird als Signalwirkung und als Wendepunkt für die internationale Kunstwelt gesehen, wie auch Alex Farquharson, Vorsitzender der Jury und Direktor der Tate Britain, im Guardian zitiert wird: »Da sie eine neurodiverse Künstlerin ist und ihre verbale Kommunikation eingeschränkt ist, wäre sie früher jemand gewesen, der außen vor geblieben wäre.«
Kalu, Tochter nigerianischer Eltern, wurde 1966 in Glasgow geboren. Ihre farbintensiven, großformatigen Zeichnungen mit kraftvollen, rhythmischen Linien sowie ihre bunten hängenden Skulpturen in kokonartigen Formen, gefertigt aus gefundenen Stoffstücken und mit VHS-Kassettenbändern umwickelt, sind faszinierender Ausdruck ihrer Neurodiversität.

ActionSpace, die Londoner Institution, in der Nnena arbeitet und kreiert, unterstützt junge Menschen und Erwachsene mit Lernbehinderungen in ganz London und bietet ihnen Zugang zu Kreativstudios und zu professioneller Beratung, um sich als Künstler:innen weiterzuentwickeln. ActionSpace sorgt auch dafür, dass Künstler:innen mit Lernbehinderungen gesehen und gehört werden und voll und ganz in die Welt der bildenden Künste integriert werden.
Weiterführende Informationen zu Nnena Kalu und ActionSapce hier